
Die 1856 entstandene Ansicht von Hohenschwangau mit der darin in all ihren Vorzügen gezeigten alpenländlichen Idylle war ein Geschenk Maries von Bayern (1825-1889) an ihre Verwandte, Königin Elisabeth von Preußen (1801-1873). 1823 hatte die geborene Wittelsbacherin Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen (1795-1861) geheiratet. Der Hochzeit waren jahrelange Verhandlungen um den Übertritt der katholischen Prinzessin zum Protestantismus vorausgegangen, auf die König Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) bestanden hatte. Erst als der Kronprinz seinen Vater unter Druck setzte: „Wenn nicht Elise, dann überhaupt keine!“, gab dieser nach, verlangte jedoch von Elisabeth nach der Hochzeit zu konvertieren. Sie entsprach dem Wunsch des Schwiegervaters aber erst 1830.[1] Den Glauben zu wechseln fiel ihr sehr schwer, bedeutete es doch einen wesentlichen Bestandteil ihrer eigenen Identität und Herkunft aufzugeben. Ihre Herkunft und Identität aber waren ihr zeitlebens wichtig. „BildGeschichte #7: Lorenzo Quaglios „Hohenschwangau““ weiterlesen

Eine Veranstaltung des
Gleich vorweg: Um dieses zweibändige Werk wird man künftig keinen Bogen mehr machen können. Der Autor katalogisiert in 211 Nummern französische Grafik in detaillierten Einträgen und bildet schon allein dadurch ein unverzichtbares Kompendium für die Forschung. Allein die Menge an minutiös recherchierten und hier kompilierten Kupferstichen ist bemerkenswert, sie aber zusätzlich in einen sinnvollen Zusammenhang miteinander zu bringen und Kooperationen und Abhängigkeiten von Künstlern, Auftraggebern und tatsächlich ins Werk gesetzten Stichfolgen nachzuspüren und darzustellen ist eine große Aufgabe. Der Autor hat sie sehr gut gelöst.
Die aktuellen Debatten um die Rekonstruktion verlorener Architekturen wie dem Humboldt Forum in Berlin oder dem Dom-Römer-Projekt in Frankfurt am Main belegen eindrucksvoll, dass solche Projekte grundsätzliche Fragen nach der Bedeutung von Geschichte und den angemessenen Umgang mit Verlust aufwerfen. Vor dem Hintergrund dieser Diskussionen ist die nun als Buch erschienene Dissertation Katharina Steudtners, eingereicht 2011 an der TU Cottbus-Senftenberg, zur Geschichte des Wiederaufbaus des kriegszerstörten Schlosses Charlottenburg eine erhellende Lektüre.
Eine der erfolgreichsten Tapisserie-Folgen, die jemals in der königlichen Manufaktur Les Gobelins in Paris hergestellt wurden, ist auch gleichzeitig eine der außergewöhnlichsten: die Tenture des Indes. Sie fallen aus der Reihe der unter der Direktion des Universalkünstlers Charles Lebrun für König Ludwig XIV entstandenen historisch-mythologischen Wandteppichserien. Sie entstammen nicht nur einer anderen Kunstlandschaft – die Vorlagen, die sogenannten Kartons, malte der Niederländer Albert Eckhout (1608/1612 – vor 1666) – sondern sie zeigen Menschen, Tiere, Flora und Fauna Brasiliens und damit eine fremde Welt. Diese Darstellungen von fernen und exotischen Lebensräumen waren von ihrer ersten Webung 1687 bis ins 18. Jahrhundert hinein so begehrt, dass die inzwischen durch die häufige Nutzung zerschlissenen Kartons 1735 durch den Maler Alexandre-Francois Desportes ersetzt werden mussten. Leichte Veränderungen zugunsten eines gewandelten Betrachtergeschmacks führten zu einer Vernachlässigung der realen Wiedergabe der Botanik und Zoologie Brasiliens und ließen diese zweite Indien-Folge dekorativer erscheinen. In Abgrenzung zur ursprünglichen Serie nach den Eckhout-Kartons, die nun als Anciennes Indes bezeichnet wurden, nannte man die Folge nach Desportes Nouvelles Indes. 

Welche politischen Funktionen hatte die Musik am preußischen Königshof im 18. Jahrhundert zu erfüllen? Welchen Beitrag leistete die Musik zur Inszenierung von Herrschaft, zur Repräsentation der Monarchie? Diesen Fragen geht Lena van der Hoven am Beispiel dreier preußischer Herrscher nach: Friedrich III./I., Friedrich II. und Friedrich Wilhelm II. Nun ist das Spannende an der Repräsentationspraxis in Preußen im 18. Jahrhundert, dass jeder Monarch einen eigenen Weg der Selbstdarstellung wählte und die Herrschaftsrepräsentation nur wenig geprägt war von dynastischen Kontinuitäten.