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BildGeschichte #7: Lorenzo Quaglios „Hohenschwangau“

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Foto-Inventarnr: F0018276; Fotograf: Handrick, Roland; Aufnahmedatum: 2000
Lorenzo Quaglio, Hohenschwangau, 1856, Öl auf Leinwand, 74,7 x 90 cm, GK I 6017, Copyright: SPSG, Foto: Wolfgang Pfauder

Die 1856 entstandene Ansicht von Hohenschwangau mit der darin in all ihren Vorzügen gezeigten alpenländlichen Idylle war ein Geschenk Maries von Bayern (1825-1889) an ihre Verwandte, Königin Elisabeth von Preußen (1801-1873). 1823 hatte die geborene Wittelsbacherin Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen (1795-1861) geheiratet. Der Hochzeit waren jahrelange Verhandlungen um den Übertritt der katholischen Prinzessin zum Protestantismus vorausgegangen, auf die König Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) bestanden hatte. Erst als der Kronprinz seinen Vater unter Druck setzte: „Wenn nicht Elise, dann überhaupt keine!“, gab dieser nach, verlangte jedoch von Elisabeth nach der Hochzeit zu konvertieren. Sie entsprach dem Wunsch des Schwiegervaters aber erst 1830.[1] Den Glauben zu wechseln fiel ihr sehr schwer, bedeutete es doch einen wesentlichen Bestandteil ihrer eigenen Identität und Herkunft aufzugeben. Ihre Herkunft und Identität aber waren ihr zeitlebens wichtig. „BildGeschichte #7: Lorenzo Quaglios „Hohenschwangau““ weiterlesen

Neu bei L.I.S.A.

Vortrag Neil MacGregor: Museum und Gesellschaft. Humboldt’sche Perspektiven

Tagung “Ein öffentlicher Ort: Berliner Schloss – Palast der Republik – Humboldtforum”

tagung_ein-oeffentlicher-ortEine Veranstaltung des Museums des Ortes der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss (SHF) in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), dem Research Center Sanssouci (RECS) sowie dem Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum / Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin). Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung
In Medienpartnerschaft mit L.I.S.A. dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung und perspectivia.net.

VORTRAG: Echt, historisch, authentisch – oder wozu braucht man heute Schlösser?

Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Rahmen der Ringvorlesung “Die Sehnsucht nach dem Echten”. Historische Authentizität in Museen, Stadträumen, Wissenschaft und Erinnerungskultur.

Eine Veranstaltung des Leibniz-Forschungsverbunds Historische Authentizität, der Humboldt-Universität zu Berlin, des Deutschen Historischen Museums und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam.

Mo, 28.11.16, 18:00 Uhr
Der Eintritt ist kostenfrei.

Deutsches Historisches Museum
Auditorium
Unter der Linden 2
10117 Berlin

Das gesamte Programm der Ringvorlesung finden Sie hier.

BUCHBESPRECHUNG: Thomas Wilke: Innendekoration. Graphische Vorlagen und theoretische Vorgaben für die wandfeste Dekoration von Appartements im 17. und 18. Jahrhundert in Frankreich, 2 Bde, scaneg, München 2016, 784 S., ISBN: 9783892352334, EUR 150,00.

Gleich vorweg: Um dieses zweibändige Werk wird man künftig keinen Bogen mehr machen können. Der Autor katalogisiert in 211 Nummern französische Grafik in detaillierten Einträgen und bildet schon allein dadurch ein unverzichtbares Kompendium für die Forschung. Allein die Menge an minutiös recherchierten und hier kompilierten Kupferstichen ist bemerkenswert, sie aber zusätzlich in einen sinnvollen Zusammenhang miteinander zu bringen und Kooperationen und Abhängigkeiten von Künstlern, Auftraggebern und tatsächlich ins Werk gesetzten Stichfolgen nachzuspüren und darzustellen ist eine große Aufgabe. Der Autor hat sie sehr gut gelöst.

Die Arbeit ist als Dissertation entstanden, zur Drucklegung wurde der Text gekürzt. Hier darf die Frage gestellt werden, welcher Professor den Kandidaten mit einem solchen Mammutthema betraut, das ihn viele Jahre beschäftigt, ohne dafür bezahlt zu werden. „BUCHBESPRECHUNG: Thomas Wilke: Innendekoration. Graphische Vorlagen und theoretische Vorgaben für die wandfeste Dekoration von Appartements im 17. und 18. Jahrhundert in Frankreich, 2 Bde, scaneg, München 2016, 784 S., ISBN: 9783892352334, EUR 150,00.“ weiterlesen

BUCHBESPRECHUNG: Katharina Steudtner: „Wiederherstellen oder vollends vernichten?“ Theoriebildung und Denkmalpflegerische Praxis beim Wiederaufbau von Schloss Charlottenburg (= Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin, Beiheft 37), Gebr. Mann Verlag, Berlin 2016, 512 S., ISBN: 9783786127345, EUR 69,00.

steudtnerDie aktuellen Debatten um die Rekonstruktion verlorener Architekturen wie dem Humboldt Forum in Berlin oder dem Dom-Römer-Projekt in Frankfurt am Main belegen eindrucksvoll, dass solche Projekte grundsätzliche Fragen nach der Bedeutung von Geschichte und den angemessenen Umgang mit Verlust aufwerfen. Vor dem Hintergrund dieser Diskussionen ist die nun als Buch erschienene Dissertation Katharina Steudtners, eingereicht 2011 an der TU Cottbus-Senftenberg, zur Geschichte des Wiederaufbaus des kriegszerstörten Schlosses Charlottenburg eine erhellende Lektüre.

Der Wiederaufbau des im Krieg schwer beschädigten Schlosses zwischen 1945 und 1984 war in den Nachkriegsjahrzehnten nicht weniger umstritten als aktuelle Rekonstruktionsprojekte wie beispielsweise der Aufbau des Berliner Schlosses als Humboldt Forum. Steudtners umfangreiche Quellenanalyse zeigt, wie sehr sich die Streitpunkte damals und heute ähneln, so etwa bei den Fragen: Ist der Wiederaufbau eines historischen Gebäudes Ausdruck von – politischer – Rückwärtsgewandtheit und einer Ablehnung zeitgenössischer Formen? Und ist die Wiederherstellung eines zerstörten Gebäudes grundsätzlich eine Verfälschung der Geschichte? „BUCHBESPRECHUNG: Katharina Steudtner: „Wiederherstellen oder vollends vernichten?“ Theoriebildung und Denkmalpflegerische Praxis beim Wiederaufbau von Schloss Charlottenburg (= Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin, Beiheft 37), Gebr. Mann Verlag, Berlin 2016, 512 S., ISBN: 9783786127345, EUR 69,00.“ weiterlesen

VORTRAG: „Sie sollen sich aller Streit-Fragen und sticheligten Expressionen enthalten!“ Die Konfessionspolitik König Friedrich Wilhelms I.

Vortrag von Prof. Dr. Frank Göse, Historisches Institut der Universität Potsdam

Mi, 05.10.16  Ι  18:00 Uhr  Ι  Eintritt frei

Eine Veranstaltung der Studiengemeinschaft Sanssouci e. V.

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Kutschstall, Am Neuen Markt 9
14467 Potsdam

BUCHBESPRECHUNG: Gerlinde Klatte, Helga Prüßmann-Zemper, Katharina Schmidt-Loske (Hg): Exotismus und Globalisierung. Brasilien auf Wandteppichen: die Tenture des Indes, Berlin 2016, Deutscher Kunstverlag, 376 S., ISBN: 9783422073548, EUR 48,00.

indesEine der erfolgreichsten Tapisserie-Folgen, die jemals in der königlichen Manufaktur Les Gobelins in Paris hergestellt wurden, ist auch gleichzeitig eine der außergewöhnlichsten: die Tenture des Indes. Sie fallen aus der Reihe der unter der Direktion des Universalkünstlers Charles Lebrun für König Ludwig XIV entstandenen historisch-mythologischen Wandteppichserien. Sie entstammen nicht nur einer anderen Kunstlandschaft – die Vorlagen, die sogenannten Kartons, malte der Niederländer Albert Eckhout (1608/1612 – vor 1666) – sondern sie zeigen Menschen, Tiere, Flora und Fauna Brasiliens und damit eine fremde Welt. Diese Darstellungen von fernen und exotischen Lebensräumen waren von ihrer ersten Webung 1687 bis ins 18. Jahrhundert hinein so begehrt, dass die inzwischen durch die häufige Nutzung zerschlissenen Kartons 1735 durch den Maler Alexandre-Francois Desportes ersetzt werden mussten. Leichte Veränderungen zugunsten eines gewandelten Betrachtergeschmacks führten zu einer Vernachlässigung der realen Wiedergabe der Botanik und Zoologie Brasiliens und ließen diese zweite Indien-Folge dekorativer erscheinen. In Abgrenzung zur ursprünglichen Serie nach den Eckhout-Kartons, die nun als Anciennes Indes bezeichnet wurden, nannte man die Folge nach Desportes Nouvelles Indes. „BUCHBESPRECHUNG: Gerlinde Klatte, Helga Prüßmann-Zemper, Katharina Schmidt-Loske (Hg): Exotismus und Globalisierung. Brasilien auf Wandteppichen: die Tenture des Indes, Berlin 2016, Deutscher Kunstverlag, 376 S., ISBN: 9783422073548, EUR 48,00.“ weiterlesen

Texte des RECS #2: Die Belege zu den monatlichen Schatullrechnungen Friedrichs des Großen in der Abschrift Stengels

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Ralf Zimmer (RECS)

Als in Berlin am Montag, den 22. November 1943 gegen 19.30 Uhr die Sirenen heulten, kündigten sie den Bewohnern den bis dahin schwersten Luftangriff der Royal Air Force in der von Arthur Harris ausgerufenen „Luftschlacht um Berlin“ an. In dieser Nacht brannte nicht nur das Schloss Charlottenburg aus. Auch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche musste einen Treffer durch eine Luftmine hinnehmen. Von unterschiedlicher Funktion sind beide Gebäude dennoch untrennbar mit den Hohenzollern verbunden. Ebenfalls in dieser Nacht wurde in der Spandauer Straße 1 in Charlottenburg das Brandenburg-Preußische, ehemals Königliche Hausarchiv zerstört.[1]

Findmittel aus dem ehemaligen Brandenburg-Preußischen Hausarchiv

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BildGeschichte #2: Antoine Pesnes „Galante Szene“

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Antoine Pesne, Galante Szene, Öl auf Leinwand, 30,5 x 44,5 cm, GK I 11832, Copyright: SPSG, Foto Jörg P. Anders

 

Wir wissen nicht genau wann und für wen der im Mai 1683 in Paris geborene Antoine Pesne dieses kleine erotische Bild gemalt hat. Allein dass er es malte, ist sicher. Dies lässt sich an der typischen Malweise mit locker gesetzten Lichtern erkennen und daran, wie die Figuren gestaltet sind. Dagegen ist das Thema in seiner drastischen Darstellung, soweit heute bekannt, einzigartig in seinem erhaltenen Werk.

Pesne, der 1711 als Hofmaler Friedrichs I. nach Berlin kam, war bei dem ersten preußischen König und dessen Sohn Friedrich Wilhelm vor allem wegen der Porträts beliebt, die er von der Familie und anderen Personen am Hof anfertigte. Kronprinz Friedrich II. aber wollte, dass Pesne auch andere Sujets auf der Leinwand festhielt. 1737 forderte er ihn in einem Gedicht auf, statt Heiliger lieber Nymphen und halbnackte Grazien zu malen. Er erinnerte den Maler, dass seine charmante Kunst allein der Liebe ihre Daseinsberechtigung verdanke:

„Abandonne tes saints entourés de rayons,
Sur des sujets brillants exerce tes crayons;
Peins-nous d’Amaryllis les danses ingénues,
Les nymphes des forêts, les Grâces demi-nues,
Et souviens-toi toujours que c’est au seul amour
Que ton art si charmant doit son être et le jour.“

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BUCHBESPRECHUNG: Lena van der Hoven, Musikalische Repräsentationspolitik in Preußen (1688-1797). Hofmusik als Inszenierungsinstrument von Herrschaft (Musiksoziologie, 19), Kassel u.a. 2015, Bärenreiter, 350 S., ISBN 9783761823705, EUR 41,50.

Cover_v_d_HWelche politischen Funktionen hatte die Musik am preußischen Königshof im 18. Jahrhundert zu erfüllen? Welchen Beitrag leistete die Musik zur Inszenierung von Herrschaft, zur Repräsentation der Monarchie? Diesen Fragen geht Lena van der Hoven am Beispiel dreier preußischer Herrscher nach: Friedrich III./I., Friedrich II. und Friedrich Wilhelm II. Nun ist das Spannende an der Repräsentationspraxis in Preußen im 18. Jahrhundert, dass jeder Monarch einen eigenen Weg der Selbstdarstellung wählte und die Herrschaftsrepräsentation nur wenig geprägt war von dynastischen Kontinuitäten.

Auch in der Hofmusik – so der überzeugende Befund von van der Hoven – überwiegen am preußischen Königshof die Diskontinuitäten, wurde die Musik auf jeweils ganz unterschiedliche Art und Weise eingesetzt, um verschiedene Adressatenkreise zu erreichen, wurde in der Förderung der Hofmusik unterschieden nach musikalischen Gattungen. In der Forschung nahm man solche Differenzierungen nicht immer vor, weshalb so manches Fehlurteil existiert, das von Lena van der Hoven gerade gerückt wird. „BUCHBESPRECHUNG: Lena van der Hoven, Musikalische Repräsentationspolitik in Preußen (1688-1797). Hofmusik als Inszenierungsinstrument von Herrschaft (Musiksoziologie, 19), Kassel u.a. 2015, Bärenreiter, 350 S., ISBN 9783761823705, EUR 41,50.“ weiterlesen