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BildGeschichte #1: Lieve Verschuiers “Die kurbrandenburgische Flotte”

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Foto-Inventarnr: F0016627; Fotograf: Anders, Jörg P.; Aufnahmedatum: 1970-1999
Lieve Verschuier, Die kurbrandenburgische Flotte, 1684, 164 x 244 cm, GK I 928, Copyright: SPSG, Foto: Jörg P. Anders

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Darstellung gibt trotz ihres Titels weniger Aufschluss über die kurbrandenburgische Flotte, denn über Brandenburgs Beziehungen zu Spanien und Schweden. Als der niederländische Maler Lieve Verschuier das Bild 1684 signierte – sein Name und die Jahreszahl lassen sich, steht man dicht vor dem Gemälde, links in der Ecke außenbords an dem kleinen Ruderboot erkennen – lagen fast alle darauf dargestellten Schiffe fest vertäut in den brandenburgischen Häfen Emden oder Pillau, zumeist sogar schon seit Jahren. Im Umkreis des Kurfürsten Friedrich Wilhelm war man sich dieser Tatsache bewusst. Für uns Heutige geht sie aus den Hafenlisten hervor, die in der einen oder anderen Form überliefert sind.

Dass eine ganze Kriegsflotte von Segelschiffen im Hafen lag, war ungewöhnlich, denn in der Regel sind deren Schiffe auf See, um die ihnen zugewiesenen Aufgaben zu erledigen. Sie hatten etwa die eigenen Handelsschiffe zu schützen, Schiffe des Gegners zu überwachen, sollten die eigenen Häfen sichern oder feindliche gegebenenfalls blockieren. Nur wenn sie auch eingesetzt wird, ist es sinnvoll, eine teure Marine zu unterhalten; liegen die Holzschiffe im Hafen, verrotten sie, und das notwendige Zusammenspiel ihrer Besatzungen verkümmert.

Dieses Wissen darum, dass die Schiffe des Großen Kurfürsten 1684 in der Heimat vor Anker lagen, gab dem Betrachter des Bildes damals und gibt ihm heute also den ersten Hinweis darauf, wie es gelesen und verstanden werden soll: nicht etwa als eine „Reportage“ oder Aufzeichnung aus dem Jahr seines Entstehens, sondern als eine historische Darstellung aus einer anderen, früheren Zeit. „BildGeschichte #1: Lieve Verschuiers “Die kurbrandenburgische Flotte”“ weiterlesen

Texte des RECS #1: Ostasiatische Porzellane digital

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Carsten Dilba, Anette Mertens, Michaela Völkel (SPSG); Mark-Jan Bludau, Constantin Eichstaedt, Jana Klausberger, Swann Nowak (Studierende der FH Potsdam); Katrin Glinka, Marian Dörk, (FH Potsdam – Projekt VIKUS)

Die Sammlung ostasiatischer Porzellane der SPSG
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) verfügt über einen Bestand an ca. 3.500 z. T. bedeutenden ostasiatischen Porzellanen, die heute vor allem in den Schlössern Charlottenburg, Oranienburg und Caputh präsentiert werden. Die über und über mit Porzellanen überzogenen Porzellankammern dieser Schlösser bildeten einst den repräsentativen Höhepunkt der dortigen Appartements und geben heute in rekonstruierter Form einen lebhaften Eindruck dieser in ganz Europa bewunderten Raumschöpfungen. Das bedeutendste und im frühen 18. Jahrhundert größte Kabinett seiner Art kann heute noch im Schloss Charlottenburg besichtigt werden (Abb.1).

screenshot website, © FH Potsdam
Abb. 1 Screenshot Website-Entwurf  © FH Potsdam

Der heutige Bestand ostasiatischer Porzellane geht zum Teil auf die bedeutenden Sammlungen der brandenburgischen Kurfürstinnen und Kurfürsten zurück, zum Teil besteht er aus späteren Ankäufen, welche die zahlreichen Kriegsverluste ersetzen sollten. „Texte des RECS #1: Ostasiatische Porzellane digital“ weiterlesen

AUSSCHREIBUNG: Wissenschaftliches Volontariat

Zum nächst möglichen Termin ist befristet für die Dauer von zwei Jahren für das Research Center Sanssouci. Für Wissen und Gesellschaft (RECS) die folgende Position zu besetzen:

Wissenschaftliches Volontariat

Schwerpunkte der Ausbildung liegen im Wissens-, Wissenschafts- und Kulturmanagement sowie in der wissenschaftlichen Museumsarbeit.

Erwartet werden ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Geschichte, Nebenfach Kunstgeschichte, Promotion wünschenswert, Praktikum im Museums- und Ausstellungsbereich, gute Kenntnisse der brandenburgisch-preußischen Geschichte und Kunstgeschichte, einschließlich der Geschichte der preußischen Gartenkunst. Fremdsprachen- und EDV-Kenntnisse (Datenbankprogramme) werden vorausgesetzt.

Die Vergütung erfolgt auf der Grundlage von 50 v.H. der Entgeltgruppe 13 TV-L Ost.

Bei gleicher Eignung und Qualifikation werden Bewerbungen von anerkannten Schwerbehinderten bevorzugt berücksichtigt.

Ihre schriftliche Bewerbung mit ausführlichen und vollständigen Unterlagen in Kopie und ohne Bewerbungsmappe richten Sie bitte bis zum 27.03.2016 an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Referat Personal, Postfach 601462, 14414 Potsdam. Aus Kostengründen werden eingereichte Bewerbungsunterlagen nicht zurückgesandt.

CALL FOR PAPERS: Krisen- und Blütezeiten. Die Entwicklung der Königlich Preußischen Hofkapelle von 1713 bis 1806. Symposiumsreihe “450 Jahre Staatskapelle Berlin – eine Bestandsaufnahme”

Die Staatskapelle Berlin veranstaltet in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg vom 7.-9. Oktober 2016 ihr zweites internationales Symposion. Die jährlich stattfindende Symposiums-Reihe widmet sich anlässlich ihres bevorstehenden 450jährigen Bestehens im Jahr 2020 chronologisch der Geschichte und internationalen Bedeutung der Staatskapelle. In diesem Jahr steht mit dem Thema “Krisen- und Blütezeiten. Die Entwicklung der Königlich Preußischen Hofkapelle von 1713 bis 1806” das 18. Jahrhundert von der Auflösung der Königlich Preußischen Hofkapelle 1713 bis zum Zusammenbruch des „alten“ Preußens 1806 im Mittelpunkt.

In der Musikwissenschaft wurde bisher insbesondere die Blütezeit der Königlichen Hofkapelle von ihren Anfängen in Ruppin und Rheinsberg bis zum Tod Friedrichs II. (1712-1786) in den Blick genommen und gut erforscht. Dies ist sicherlich zum einen auf die Sonderstellung zurückzuführen, die Friedrich II. in der preußischen Geschichtsschreibung einnimmt. Zum anderen hatte jedoch auch jüngst das 300-jährige Jubiläumsjahr König Friedrichs II. im Jahr 2012 zu einer Reihe neuer Studien zu seiner Hofmusik angeregt.

Dieses Symposion möchte daher ein besonderes Augenmerk auf die weniger gut erforschte Zeit der Hofkapelle und Hofmusik vor und nach König Friedrich II. lenken. Speziell die Geschichte der Hofmusik während der Regierungszeit König Friedrich Wilhelms I. (1688-1740) nach der Auflösung der Hofkapelle 1713 benötigt einer Revision. Hierfür sollte u.a. die Privatkapelle des Markgrafen Christian Ludwig zu Brandenburg-Schwedt (1677-1734), dem Johann Sebastian Bach (1685-1750) die Brandenburgischen Konzerte widmete, näher betrachtet werden.

Doch möchte sich das Symposion jedoch nicht allein der Hofmusik zuwenden. Vielmehr soll, wie im letzten Jahr, wiederum ihre Verankerung im und ihre Interaktion mit dem Berliner Musikleben betrachtet und mit anderen Orchestern an europäischen Höfen wie z.B. Dresden, Wien und Mannheim verglichen werden. Wie 2015 finden das Symposion und sein Rahmenprogramm in der Staatsoper im Schiller Theater und im Schloss Charlottenburg statt.

Um elementare Fragen zur Hofmusik am preußischen Hof neu zu stellen, laden wir besonders zu Vorträgen ein, die sich folgenden Aspekten widmen:

– dem Musikleben am Hof Friedrich Wilhelms I. (Kirchen-, Tafel- und Jagdmusik) und in der Stadt Berlin (die Hofkapellisten Peter Glösch, Gottlieb Hayne und Just Bernhard Gottfried Wiedemann blieben z.B. nach der Entlassung von 1713 in Berlin)
– der Privatkapelle von Markgraf Christian Ludwig zu Brandenburg-Schwedt, deren Unterhalt König Friedrich Wilhelm I. seinem Onkel in Berliner Stadtschloss ermöglichte
– Musikerbiografien (z.B. Gottfried Pepusch, Gottlieb Hayne, Brüder Graun, Johann Joachim Quantz, C.P.E. Bach, Johann Friedrich Reichardt), Spieltechniken, Werkanalysen
– Ruppin und Rheinsberg als Keimzellen der Staatskapelle
– dem Musikleben am Hof König Friedrichs II. vor und nach dem Siebenjährigen Krieg
– Konzerten an den preußischen Nebenhöfen (z.B. von Königin Sophie Dorothea währen der Regierungszeit König Friedrich Wilhelms I., oder von Elisabeth-Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel während der Re-gierungszeit König Friedrichs II.)
– Bach-Schülern in der Hofkapelle und an anderen preußischen Höfen
– Interaktionen der Hofkapelle mit dem Berliner Musikleben – u.a. Salons, aber auch Wohltätigkeitskonzerte, Dilettantenkonzerte, oder die Messias-Aufführung von 1786
– dem Wirken von Jean-Pierre Duport
– König Friedrich Wilhelm II. und der Orchesterumstrukturierung, den neuen Idealen und dem neuen Repertoire
– dem Vergleich zur Hofmusik in Wien, Paris, London, Dresden oder Mannheim
– dem Kulturtransfer (Transfer von Werken, Musikern und/ oder Instrumenten)
– der Kürzung des Kapelletats unter Friedrich Wilhelm III. und dessen Konsequenzen
– den deutschsprachige Opern am Königlichen Opernhaus

Wir bitten um Abstracts (max. 2000 Zeichen) für einen 20minütigen Beitrag im thematischen Rahmen des Symposiums und die Angabe der benötigten technischen Voraussetzungen für den Vortrag, sowie um eine Kurzvita (max. 500 Zeichen) inklusive Kontaktdaten bis 1. April 2016 per E-Mail an Lena van der Hoven (Hoven@staatsoper-berlin.de). Gleichermaßen willkommen sind Beiträge aus den Geistes- und Sozialwissenschaften (Musik-, Geschichts-, Theater- und Kulturwissenschaft, Soziologie). Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen fordern wir nachdrücklich zu einer Bewerbung auf. Die ausgewählten Referenten werden bis zum 1. Mai 2016 benachrichtigt. Das Konferenzprogramm wird online veröffentlicht werden unter http://www.staatskapelle-berlin.de.

Kontakt:
Lena van der Hoven
Universität Bayreuth
Lena.van-der-Hoven@uni-bayreuth.de

VORTRAG: König und Marquis. Friedrich II., Marquis d’Argens und die Wandgemälde seiner Wohnung im Neuen Palais von Sanssouci

Dr. Franziska Windt, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Jean-Baptiste de Boyer, Marquis d’Argens, hatte das Privileg, zusammen mit seiner Gemahlin, der ehemaligen Schauspielerin Babette Cochois, im Gästeschloss Friedrichs II. eine eigene Wohnung zugewiesen zu bekommen. Diese Wohnung ließ der König mit großen Wandgemälden ausstatten. Bei näherer Betrachtung erweisen sich diese als Bildzitate aus verschiedenen Gemälden von Watteau und Malern seines Kreises. Der Marquis hatte sein negatives Urteil über diese Art von Malerei zuvor ausführlich in verschiedenen Schriften publiziert. Als sein Berater in künstlerischen Fragen hatte er sicherlich auch mit dem König, der gerade für diese Kunst eine Vorliebe hatte, darüber gesprochen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Friedrich II. diese Gemälde ganz bewusst als Dekoration für die Wohnung seines “Freundes” wählte und dort sowohl Anspielungen auf dessen Leben als auch auf seine Kunstauffassungen versteckte.

Mi, 17.02.2016, 18:00 Uhr
Der Eintritt ist kostenfrei.

Eine Veranstaltung der Studiengemeinschaft Sanssouci

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte HBPG
Kutschstall, Am Neuen Markt 9
14467 Potsdam

Eine schriftliche Fassung des Vortrags ist in der Reihe Friedrich300 – Studien und Vorträge bei perspectivia.net publiziert.

Kommentierte Online-Edition der Briefe Wilhelmines von Bayreuth von ihrer Reise nach Frankreich und Italien 1754-1755

Das Research Center Sanssouci (RECS) hat in Kooperation mit perspectivia.net, der Publikationsplattform der Max Weber Stiftung, und dem Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft der Universität Potsdam (UP) die Online-Edition der Briefe Markgräfin Wilhelmines von Bayreuth von ihrer Reise nach Frankreich und Italien gelauncht.
Die Edition ist ab sofort bei perspectivia.net frei verfügbar.

https://quellen.perspectivia.net/de/wilhelmine/start

Antoine Pesne, Wilhelmine von Preußen, Markgräfin von Bayreuth, Copyright: SPSG, GK I 5239, Foto: Roland Handrick

Die rund 130, hier teils erstmals publizierten Briefe ermöglichen, der Markgräfin auf ihrer Reise nachzuspüren und zu erfahren, was sie gesehen hat und wie sie darüber dachte. Mittels eines indexierten Verzeichnisses kann die Korrespondenz nach Personen, Orten und kunsthistorischen Werken durchsucht werden, was den Zugang und das Arbeiten mit der Edition erleichtert. Erklärungsbedürftige Textstellen wurden in der Übersetzung der Briefe mit Anmerkungen und Literaturhinweisen versehen, die weiter-führende Informationen anbieten. Bei der deutschen Übersetzung wurde darauf geachtet, dem Duktus des französischen Originals zu folgen.

Die Bearbeitung des Projekts geleitet haben Yvonne Rehhahn und Dr. Franziska Windt unter Mitarbeit Sylvia Möwes (RECS). Die Übersetzungen aus dem Französischen wurden auf Grundlage einer Übertragung von Rashid Sascha Pegah durch Prof. Dr. Günter Berger (Universität Bayreuth), Prof. Dr. Cornelia Klettke (UP) und Cordula Wöbbeking (UP) vorgenommen.  Fabian Cremer, Marcel Riedel und Tobias Tenhaef von perspectivia.net zeichneten sich für das Datenmanagement verantwortlich und ermöglichten somit die Realisierung der Online-Edition.

Das Projekt wurde von der Stiftung proSanssouci gefördert.

Elisabeth Décultot

Prof. Dr. Elisabeth Décultot, geboren 1968, ist Alexander von Humboldt Professorin am Germanistischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und Mitglied des Direktoriums des Interdisziplinären Zentrums zur Erforschung der Aufklärung in Halle (IZEA). Nach dem Studium an der Ecole Normale Supérieure Paris, an der Université Sorbonne Paris und der Freien Universität Berlin wurde sie 1995 promoviert und habilitierte im Jahr 2004 in Paris zum Thema „Geschichte des kunsttheoretischen und kunsthistorischen Diskurses in Deutschland und Frankreich, 1750-1850“. Sie war Forschungs- und Gastprofessorin am Centre National de la Recherche Scientifique Paris und an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales Paris und ist Mitglied führender Institutionen auf dem Gebiet der Kunstgeschichte wie dem Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris und dem Musée du Louvre Paris. Die Germanistin wird das RECS im Hinblick auf Kooperationen in Frankreich und im frankophonen Raum beraten.

Liliane Weissberg

Prof. Dr. Liliane Weissberg, geboren 1953, ist Christopher H. Browne Distinguished Professor in Arts and Sciences an der University of Pennsylvania, Philadelphia. Nach der Promotion an der Harvard University lehrte sie u. a. an der Johns Hopkins University, der ETH Zürich und der Princeton University. 2012 erhielt sie den Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Literaturwissenschaftlerin hat einschlägige Werke zur Literatur der Aufklärung und zur deutsch-jüdischen Kulturgeschichte seit dem           18. Jahrhundert vorgelegt. Mit ihren Erfahrungen in zahlreichen internationalen Wissenschaftsförderprogrammen in den USA, Europa und Israel wird sie das RECS im Hinblick auf Forschungskooperationen und den Wissenschaftler-Austausch im transatlantischen Raum beraten.