Jürgen Luh (RECS)

Am 20. September des Jahres 1792, einem nassen und nebeligen Herbsttag, sollte sich das Leben des preußischen Generalfeldmarschalls Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Lüneburg unlöslich und für alle Zukunft mit dem Schicksal der Kampagne in Frankreich verbinden. Der Herzog und Befehlshaber der preußischen Armee hatte nahe bei Valmy, im Lager des Erbprinzen von Hohenlohe eine kurze, unruhige Nacht verbracht. Als der Morgen graute, begab er sich auf den Mont Remoi, um die Bewegungen des feindlichen französischen Revolutionsheeres zu beobachten. In günstigen Momenten konnte er von seiner Position aus durch die Nebelschleier jenseits der Aisne das französische Lager sehen und die vielen Wachtfeuer unweit von Vienne la Ville erkennen. An diesem Tag sollte das Heer aus Preußen und französischen Emigranten, Österreichern und Hessen, das im August aufgebrochen war, um in Frankreich die Flammen des Aufruhrs zu ersticken, endlich auf die Soldaten der Revolution treffen.[1] „Texte des RECS #30: Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und die Kampagne in Frankreich 1792“ weiterlesen





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Einem französischen Hochadeligen fällt mit 23 Jahren plötzlich auf, dass er gar keinen Vornamen hat, ein polnischer Fürst – Herr über zwei Millionen Leibeigene – lernt erst Lesen, als man die Buchstaben aus Blei gießt und im Schlosspark an Ästen aufhängt, damit er sie mit der Pistole herunterschießen kann, und Deutschland ist bereits Exportweltmeister – für Königinnen und Thronanwärter: Willkommen im 17. und 18. Jahrhundert. Das Europa dieser Zeit war das Europa der Könige, und um diese scharte sich die höfische Gesellschaft in einem dichten Netz von diplomatischen Beziehungen, Intrigen und Verschwörungen. Es war eine Zeit, in der Nationalität und Ideologien fast nichts galten, die eigene Dynastie dagegen alles.
Kann ein Maler zu einem guten Diplomaten werden? Kann ein Maler überhaupt zum Diplomat werden? Sollte, umgekehrt, ein Diplomat etwas von Kunst verstehen? Sollten dann Diplomatiehistoriker auch in der Kunst und Kunstgeschichte bewandert sein? Und sollten Kunsthistoriker sich in der Diplomatie und Diplomatiegeschichte auskennen? Diesen Fragen gehen die Autoren um Luc Duerloo und Malcolm Smuts in dem hier vorgestellten Sammelband nach, der auf eine Tagung im Antwerpener Rubenianum aus 2012 zurückgeht.