Digital resources in the Social Sciences and Humanities OpenEdition Our platforms OpenEdition Books OpenEdition Journals Hypotheses Calenda Libraries OpenEdition Freemium Follow us

Kolloquium: Gespräche am Rheinsberger Musenhof – 24. und 25. April 2025

5. KOLLOQuIUM – FRAUEN

Vier Rheinsberger Kulturakteure und das RECS  laden zum interdisziplinären Gedankenaustausch ein. Beginnend mit Friedrichs Musenhof gingen von Rheinsberg seit dem 18. Jahrhundert Impulse aus, die weithin rezipiert wurden. Die „Gespräche am Rheinsberger Musenhof“ beleuchten diese Momente aus den Perspektiven von (Kunst-)Historikern, Garten- und Baudenkmalpflegern, Germanisten und Musikwissenschaftlern und richten den Blick auf einen marginalen, aber nicht unbedeutenden Ort preußischer Geschichte. Anlässlich seines 300. Geburtstags widmet sich das Kolloquium 2026 den Frauen im familiären, politischen und kulturellen Umfeld Prinz Heinrichs von Preußen und zeichnet weibliche Handlungsspielräume, Formen von Nähe, Loyalität und Einflussnahme sowie ihre Rolle am Rheinsberger Musenhof und im europäischen Kontext des 18. Jahrhunderts nach.

Zum Programm geht es hier.

Texte des RECS #55: Friedrich der Große und Said Ali Aga oder des Königs Verhältnis zur Sklaverei

PDF

Jürgen Luh (RECS)

Kupferstich von Caspar Luyken, aus: Neu-eröffnete Welt-Galleria, Worinnen sehr curios und begnügt unter die Augen kommen allerley Aufzüg und Kleidungen unterschiedlicher Stände und Nationen, Nürnberg 1703, Tafel 85.

Voltaire ist in seinem Engagement für die Durchsetzung der Aufklärung zu weit gegangen. „Sie scheinen es mit den Muselmanen zu tun zu bekommen“, schrieb er im November 1768, als alle Zeichen auf einen Krieg zwischen Osmanischem Reich und Russland (1768-1774) deuteten, an Zarin Katharina II., deren „begeisterter Anhänger“ er war, weil er in ihr eine „willkommene Förderin der Aufklärung“ sah. „Die Barbaren“ – wie Voltaire die Türken bezeichnete – verdienten, „von einer Heldin bestraft zu werden, schon wegen der Geringschätzung, die sie bisher für die Damen hatten“. Es sei klar, „daß Leute, die die schönen Künste nicht achten und die ihre Frauen einsperren, ausgerottet werden müssen“.[1] Das war deutlich. Den ihm bekannten und geschätzten Kammerherrn der Kaiserin, Grafen Alexander Romanowitsch Woronzow, ließ Voltaire nach Ausbruch der Kampfhandlungen 1769 wissen, er werde „sich freuen, türkische Gefangene als Colonisten bei Kasan und am Ladogasee zu erblicken“.[2] Vernichtung oder Sklaverei wünschte der streitbare französische Philosoph den Osmanen also – ganz im Gegensatz zu seinem sonst kämpferischen Einsatz für die Humanität. „Texte des RECS #55: Friedrich der Große und Said Ali Aga oder des Königs Verhältnis zur Sklaverei“ weiterlesen