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Podcast Meisterwerke: “Lukretia und Tarquinius” von Artemisia Gentileschi

Aretmisia Gentileschi: Tarquinius und Lukretia, SPSG, GK I 5389, Foto: Wolfgang Pfauder.

Die Geschichte der Lukretia ist ein Gründungsmythos der römischen Republik. Die verheiratete Frau wurde vom Königssohn Tarquinius vergewaltigt, Lukretia brachte sich anschließend um, um ihre Ehre zu retten. Artemisia Gentileschi, eine zu ihrer Zeit in Italien bekannte Barock-Malerin, gestaltete die Situation von Lukretia besonders eindrucksvoll. Das Bild, entstanden zwischen 1627 und 1630, können wir in Potsdam in der Oberen Galerie des Neuen Palais bewundern. Die Gemälde gehören zur originalen Ausstattung Friedrichs des Großen und wurden seit ihrer Einfügung in die Wandvertäfelung im Jahr 1768 nur selten bewegt. 2025 wurde die Obere Galerie nach 30 Jahren erstmals wieder für Besucher geöffnet. In unserer Reihe “Meisterwerke aus Berlin und Brandburg” hat Regine Bruckmann mit Franziska Windt über das Bild der Lukretia gesprochen. Sie ist Kustodin für italienische Gemälde in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg.

Zum Podcast von radio3 in der Reihe Kunst aktuell geht es hier.

Texte des RECS #69: Nationalsozialisten und Neues Palais

Jürgen Luh (RECS)                                                                                                              PDF

Abb. 1: Vor dem Neuen Palais, 16.09.1933, SPSG.

Nachdem Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler, den „Führer“ der nationalsozialistischen Bewegung, am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt hatte und dessen Parteigenossen Dr. Wilhelm Frick Reichsminister des Innern und Hermann Göring Reichsminister ohne Geschäftsbereich, Reichskommissar für das preußische Innenministerium sowie Reichskommissar für Luftfahrt geworden waren, besaßen die Nationalsozialisten nun auch uneingeschränkte Deutungsmacht über das geschichtliche Erbe des Deutschen Reichs und der Weimarer Republik. Die „Bewegung“, deren „Sachwalter“ und Funktionäre konnten jetzt ihre Interpretationen, ihre Werthaltungen, ihre Umdeutungen historischer Einzelereignisse – wie der deutschen Geschichte insgesamt – unwidersprochen propagieren und mit Hilfe strikter staatlicher Erziehungsmaßnahmen oder durch die Zurschaustellung inszenierter öffentlicher „Bilder“ Ausschließlichkeit verleihen; und dies gegebenenfalls auch gewaltsam.[1] „Texte des RECS #69: Nationalsozialisten und Neues Palais“ weiterlesen

Neu bei „Kulturgeschichte Preußens – Vorträge und Forschungen“

Potsdam, Neues Palais, Marmorsaal, Foto: © Bildarchiv Foto Marburg / Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Andreas Lechtape

Franziska Windt (SPSG): „Ändere den Namen und die Geschichte handelt von Dir“ – König Friedrich II. von Preußen und die malerische Ausstattung des Marmorsaals im Neuen Palais von Sanssouci

Elfter Beitrag der Reihe „Kulturgeschichte Preußens – Vorträge und Forschungen“, erschienen am 05/11/2024 bei perspectivia.net

Texte des RECS #61: Ein Luxushotel im Neuen Palais – Das kühne Projekt des Rates des Bezirkes Potsdam

Jörg Kirschstein (SPSG)                                                                                                    PDF

„Nach bisherigen Festlegungen ist es beabsichtigt, das Hotel vorrangig als Valutahotel in der Kategorie Luxus zu führen.“
(Helmut Fröhlich, avisierter Direktor des geplanten Hotels)

Abb. 1: Das Neue Palais in Potsdam von Süden mit der noch fehlenden Kuppelbekrönung, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges durch Artilleriebeschuss zerstört wurde. Die Rekonstruktion erfolgte 1966/67. © SPSG / Elsa Postel, um 1961–1966

Eine Idee des DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht versetzte die Direktion der Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci in der zweiten Jahreshälfte 1967 in große Aufregung. Mit Bangen sahen die Kunstwissenschaftler dem Vorschlag Ulbrichts entgegen, im Neuen Palais (Abb. 1) ein Luxushotel einzurichten.[1] Sie fürchteten um dieses einzigartige Juwel des 18. Jahrhunderts, das hinsichtlich seiner Architektur, der Material- und Formenvielfalt sowie der kostbaren Ausstattung außergewöhnlich ist. Dieser Aufsatz, vorgetragen auch im Rahmen der Ringvorlesung des Research Center Sanssouci, der Universität Potsdam und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) am 29. April 2024 in Potsdam (Abb. 2), widmet sich diesem unbekannten Kapitel der jüngeren Schlossgeschichte. „Texte des RECS #61: Ein Luxushotel im Neuen Palais – Das kühne Projekt des Rates des Bezirkes Potsdam“ weiterlesen

Texte des RECS #58: Die Potsdamer Gartenreviere einschließlich der Pfaueninsel. Ein Beitrag zur Geschichte der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten 1927–1945

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Sven Olaf Oehlsen (SPSG)

Abb. 1: Potsdam, SPSG, Archiv, 7.3./14: privates Fotoalbum, Schloss Sanssouci, um 1942

Das Ende des Zweiten Weltkriegs und das faktische Ende des Staates Preußen führte auch zur Auflösung der preußischen Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten, die 1927 ihre Arbeit aufgenommen hatte. Als Nachfolgeinstitution wurde in Potsdam die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci eingerichtet,[1] die unter anderem vor die Aufgabe gestellt war, die Kriegsschäden in den ihr unterstellten Liegenschaften zu beseitigen. Mitte der 1950er-Jahre fasste diese Schlösserverwaltung die in den ersten Nachkriegsjahren erfolgte Arbeit der Gartenabteilung im Park Sanssouci wie folgt zusammen: „Durchkämmen der völlig verwucherten Sträucher. Fällen der trockenen Bäume (nach 12jähriger Versäumnis).“ Ob der Zustand des Parks wirklich so desolat war und wie die Arbeit der Gartenabteilung unter der Vorgängerverwaltung bis 1945 aussah, soll nachfolgend betrachtet werden. Ein vollständiges Bild lässt sich aufgrund der vielen Kriegsverluste nicht zeichnen. Doch haben in den verschiedenen Gartenrevieren vereinzelte Unterlagen den Krieg unbeschadet überstanden. Mit Hilfe dieser Aufzeichnungen soll versucht werden, die Arbeit der Potsdamer Gartenreviere einschließlich der Pfaueninsel darzustellen. „Texte des RECS #58: Die Potsdamer Gartenreviere einschließlich der Pfaueninsel. Ein Beitrag zur Geschichte der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten 1927–1945“ weiterlesen

BildGeschichte #31: Fritz Grotemeyers Illustration „Weihnacht im Neuen Palais zu Potsdam“ von 1897

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Fritz Grotemeyer, „Weihnacht im Neuen Palais zu Potsdam“, 1897, Holzstichillustration aus: Moderne Kunst. Illustrierte Zeitschrift 11 (1897/1898). Herkunft/Rechte: Potsdam, SPSG, Graphische Sammlung, Foto: Daniel Lindner

Im Grottensaal des Neuen Palais im Potsdamer Park Sanssouci feierte Kaiser Wilhelm II. mit seiner Familie das Weihnachtfest. Die reiche Dekoration der Wände mit unzähligen Muscheln und Mineralen, dazu das Kerzenlicht der Wandbranchen und Kronleuchter, gaben dem Saal eine besonders festliche Atmosphäre. Seitdem Kaiser Wilhelm II. das friderizianische Barockschloss im Jahr 1889 bezogen hatte,[1] blieb dieser Saal bis zur letzten Kriegsweihnacht 1917der Ort, an dem die Hohenzollernfamilie am Heiligen Abend zusammenkam. Die Tochter des Kaisers, Victoria Luise Herzogin zu Braunschweig, schrieb in ihren 1967 erschienenen Erinnerungen: „Das Weihnachtfest bedeutete für uns Geschwister den Höhepunkt des Jahres.“[2] „BildGeschichte #31: Fritz Grotemeyers Illustration „Weihnacht im Neuen Palais zu Potsdam“ von 1897“ weiterlesen

Texte des RECS #53: Napoleon in Potsdam, 24. bis 26. Oktober 1806 – ein Quellenabgleich

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Jürgen Luh (RECS)

Abb. 1: Émile Guillemin, Napoleon I., Bronze, SPSG, Skulpt.slg. 1397, © SPSG, Foto: A. Streich

Über Napoleon in Potsdam gibt es im Grunde nichts Neues zu sagen. Unbekannte Quellen sind 1828 und 1851 aufgetaucht – und zuletzt noch einmal 1873.[1] Sie ergänzen oder korrigieren die Nachrichten, die bereits 1806 über dieses Ereignis im Umlauf waren: die Verlautbarungen des 17., 18. und 19. „Bulletins de la Grande Armée“, die Napoleon selbst (Abb. 1) am 25., 26. und 27. Oktober 1806 von seinem Aufenthalt in der Stadt entworfen hat.[2] Es kann hier also nur darum gehen, diese Quellen vorzustellen und zu interpretieren.

„Texte des RECS #53: Napoleon in Potsdam, 24. bis 26. Oktober 1806 – ein Quellenabgleich“ weiterlesen

Neu bei „Kulturgeschichte Preußens – Vorträge und Forschungen“

Bärbel Jackisch (SPSG), Nina Beck und Johanna Thierse:
Two Paintings by Artemisia Gentileschi from the Collection of King Frederick II of Prussia – A Study of the Painting Technique and Restoration

Siebter Beitrag der Reihe: KultGeP – Vorträge und Forschungen, erschienen am 11/07/2022 bei perspectivia.net, DOI: 10.25360/01-2022-00003

Texte des RECS #50: „Preußisches Arkadien“ im Zweiten Weltkrieg. Teil 3: Kriegsende in Sanssouci

Der Beitrag setzt eine vierteilige Reihe fort.
Hier finden Sie Teil 1 und Teil 2.


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Stefan Gehlen (SPSG)

„Kampfgebiet Park von Sanssouci! Sollte man das je geglaubt und erwartet haben, dass man so mitten drin im Brennpunkt der Ereignisse hätte stehen müssen!“[1] Den Ansturm der Roten Armee erlebte Eleonore von Heeringen in ihrer Wohnung im Gartenkassenhaus von Sanssouci und im Luftschutzkeller der Villa Illaire. Sie und viele Bewohner und Anwohner des Parks verbrachten „grauenvolle Wochen!“ in feuchtdunklen Kellern, die man während des Krieges zu Schutzräumen ausgebaut hatte. Dort überstanden sie am Kriegsende nicht nur den englischen Bombenangriff auf die Stadt, sondern auch den anschließenden Beschuss sowjetischer Tiefflieger, die Artillerieduelle und schließlich die Bodenkämpfe bei der Einnahme des Parks.

Die Vorbereitungen auf den Luftkrieg hatten Jahre vor Kriegsausbruch begonnen, waren jedoch anfangs auf den Schutz der Kunstwerke in den Schlössern fokussiert.[2] Da nach Kriegsbeginn das Ausmaß der künftigen Zerstörungen noch gar nicht vorstellbar war, war der Zivil- und Personenschutz anfangs vollkommen unterentwickelt: „Während der nächtlichen Fliegeralarme pflegten die Potsdamer ihre Luftschutzkeller überhaupt nicht aufzusuchen. In Potsdam gab es weder Schutzbunker, noch waren die Keller vorschriftsmäßig abgestützt. Es kursierte das Gerücht, Churchill habe angeordnet, Potsdam sollte wegen der verwandtschaftlichen Beziehungen des englischen Königshauses zum deutschen Hochadel nicht bombardiert werden.“[3] Tatsächlich gab es eine lange Zeit keine gezielten Angriffe auf Potsdam, sondern nur Fehl- oder Notabwürfe, die aber mit den Luftangriffen auf Berlin seit 1941 stetig zunahmen. „Texte des RECS #50: „Preußisches Arkadien“ im Zweiten Weltkrieg. Teil 3: Kriegsende in Sanssouci“ weiterlesen

Italien in den Potsdamer Schlössern

Das neue Themenportal „Italien In Potsdam – Italienische Einflüsse und Italienische Kunst in den Potsdamer Schlössern“ ist online. Anlass ist das Themenjahr 2019 “Italien in Potsdam”, an dem sich die Stadt Potsdam, das Museum Barberini und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) beteiligen.

Potsdam, Park Sanssouci, Orangerieschloss, Sicht zum Belvedere auf dem Klausberg, Copyright: SPSG, Foto: Hans Bach, Foto-Inv.: F0096928

 

 

 

 

 

 

 

Über Jahrhunderte hinweg suchten und fanden die brandenburgischen Kurfürsten und preußischen Könige Inspiration in Italien. Unverkennbar ist der enorme Einfluss italienischer Kunst- und Kultur im Potsdamer Stadtbild und in den Potsdamer Schlössern und ihren Gärten. Italienische Künstler wurden geschätzt und sie wurden gezielt engagiert, ihre Werke angekauft oder kopiert. So versammelt die Kulturlandschaft in Potsdam Bau- und Kunstwerke im Original oder im Stil der römischen Antike, der Renaissance, des Barock und des Klassizismus. Vor allem Friedrich der Große und Friedrich Wilhelm IV. formten im 18. und 19. Jahrhundert ein „Preußisches Arkadien“. Dieses diente nicht nur der Erholung, sondern dokumentiert auch ihre Kennerschaft und ihren Machtanspruch.

Auf der Plattform „museum digital“ werden unter der Rubrik „Themen“: Italien in Potsdam  (https://themator.museum-digital.de/ausgabe/showthema.php?m_tid=807&tid=807) Gebäude, Sammlungen und eine Auswahl von zunächst rund 120 darin enthaltenen Kunstwerken vorgestellt, die einen besonderen Italienbezug haben. Es ist geplant, diese Auswahl nach und nach zu erweitern.

Fächerblatt mit Ansicht des Kolosseums in Rom, nach 1788, Copyright: SPSG, KPM-Archiv, Foto: Jakob Kurpik, CC BY-NC-SA, Foto-ID: 332124

Präsentiert werden Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, die Neuen Kammern, das Neue Palais, das Marmorpalais, das Schloss Charlottenhof, die Römischen Bäder, das Orangerieschloss, sowie als sakrales Bauwerk die Friedenskirche mit ausgewähltem Inventar. Die Kunstwerke sind den Häusern zugeordnet, in denen sie derzeit zu sehen sind oder zu deren Ausstattung sie einst gehörten.

Darüber hinaus werden Bestände der Sammlung des Archivs der Königlich Preußischen Porzellanmanufaktur (KPM-Archiv) präsentiert. Im DIGITALEN Schloss finden sich derzeit nicht ausgestellte Objekte, die sich keinem der präsentierten Gebäude zuordnen lassen.

Diese digitale Ausstellung möchte dazu anregen, die besondere „italienische“ Atmosphäre in ihren Schlössern und Gärten aufzuspüren.