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Podcast “Wer wir sind und warum das nicht klappte …”: #65 Der Große Kurfürst – Preußens Anfänge

Spannende Orte, Expertinnen und Experten und der Überblick über das, was war. Jan Schulte-Kellinghaus betrachtet die deutsche Geschichte vom Neandertaler bis Angela Merkel. Die Podcastserie reist in 99 Folgen durch die deutsche Geschichte.

 

 

Der große Kurfürst regierte Brandenburg nach dem 30jährigen Krieg. Berlin war ausgeplündert und in weiten Teilen niedergebrannt. Es herrschten Hunger und Epidemien. Das Stadtschloss auf der Spreeinsel war unbewohnbar. Friedrich Wilhelm musste das zerstörte Land aufbauen und seine verstreuten Territorien zusammenhalten. Ohne Bodenschätze und ohne Infrastruktur. Das ist ihm nicht nur gelungen, sondern er hat den Grundstein für den Aufstieg Preußens gelegt. Für diese Lebensleistung erhielt er den Beinamen: „der Große“ Kurfürst. Jürgen Luh schreibt in seinem Buch über den Kurfürsten: Das war alles nur Glück. Der große Kurfürst hatte keinen Plan, wechselte ständig die Seiten und rettete sein Erbe praktisch durch Zufall. War es Glück oder doch Ideenreichtum und Durchhaltewille, die Friedrich Wilhelm zum Initiator des Preußischen Aufstiegs machten? Darüber spreche ich mit Jürgen Luh in dieser Folge.

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Sein Buch heißt: “Der Große Kurfürst – Friedrich Wilhelm von Brandenburg – Sein Leben neu betrachtet” und ist 2020 im Siedler Verlag erschienen.

Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de

Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform “Deutschstunde” an.

Auch bei L.I.S.A., dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung, ist diese Podcastserie vertreten.

Texte des RECS 71: „Es ist heilige Pflicht, unseren Führer zu unterstützen.“ Kronprinz Wilhelms Geleitwort für das vaterländische Jahrbuch Friedrich der Große 1934

Jürgen Luh                                                                                                                              PDF

Abb. 1: Geleitwort des Kronprinzen Wilhelm für das vaterländische Jahrbuch Friedrich der Große 1934, Foto: Archiv des Autors.

Ende August 1933 erschien das „Vaterländische Jahrbuch Friedrich der Große, 9. Jahrgang 1934“ mit einem Geleitwort von „Seiner kaiserlichen Hoheit Kronprinz Wilhelm“. Geschrieben worden waren die beigegebenen einleitenden Sätze in „Potsdam, Cecilienhof, den 21. Juni 1933“. Das Geleitwort ist für die Einstellung des Exkronprinzen zum „Dritten Reich“ und dessen Führer Adolf Hitler ein interessantes Dokument, entstanden, als Hitler und die Nationalsozialisten noch nicht vollkommen unangefochten regierten. Liest man es genau, besteht es aus vier Teilen oder, vielleicht besser, Mitteilungen des Autors: einleitend aus einer historischen Bewertung des ersten knapp halben Jahres 1933, der Januar ist ja nicht inbegriffen, und dessen Einordnung in die deutsche Geschichte; sodann aus der Wertschätzung der Leistungen, die Adolf Hitler, seit er am 30. Januar 1933 Reichskanzler wurde, vollbracht habe; gefolgt von der Belobigung und Würdigung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, weil er Hitler als Reichskanzler berufen habe, sowie aus dem Aufruf, Adolf Hitler fortgesetzt auch fernerhin zu unterstützen. Diesem einleitenden, richtunggebenden Vorspruch voraus war auf der ersten Seite des Jahrbuchs als Vorsatz eine Fotografie Wilhelms mit seiner Unterschrift darunter beigegeben, dem Geleitwort nachgestellt folgte ein Foto Adolf Hitlers mit dessen Unterschrift darunter; alles auf glänzendem, wertigen Fotopapier gedruckt. „Texte des RECS 71: „Es ist heilige Pflicht, unseren Führer zu unterstützen.“ Kronprinz Wilhelms Geleitwort für das vaterländische Jahrbuch Friedrich der Große 1934“ weiterlesen

Texte des RECS #69: Nationalsozialisten und Neues Palais

Jürgen Luh (RECS)                                                                                                              PDF

Abb. 1: Vor dem Neuen Palais, 16.09.1933, SPSG.

Nachdem Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler, den „Führer“ der nationalsozialistischen Bewegung, am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt hatte und dessen Parteigenossen Dr. Wilhelm Frick Reichsminister des Innern und Hermann Göring Reichsminister ohne Geschäftsbereich, Reichskommissar für das preußische Innenministerium sowie Reichskommissar für Luftfahrt geworden waren, besaßen die Nationalsozialisten nun auch uneingeschränkte Deutungsmacht über das geschichtliche Erbe des Deutschen Reichs und der Weimarer Republik. Die „Bewegung“, deren „Sachwalter“ und Funktionäre konnten jetzt ihre Interpretationen, ihre Werthaltungen, ihre Umdeutungen historischer Einzelereignisse – wie der deutschen Geschichte insgesamt – unwidersprochen propagieren und mit Hilfe strikter staatlicher Erziehungsmaßnahmen oder durch die Zurschaustellung inszenierter öffentlicher „Bilder“ Ausschließlichkeit verleihen; und dies gegebenenfalls auch gewaltsam.[1] „Texte des RECS #69: Nationalsozialisten und Neues Palais“ weiterlesen

Texte des RECS #68: Franciscus Joseph Friedrich – Ein Bastler und Mechanikus auf der Pfaueninsel

Evelyn Zimmermann (SPSG)                                                                                         PDF

Der am 10. Dezember 1788 im französischen Straßburg geborene Franciscus Joseph Friedrich wird noch immer für seine maßstabsgetreuen Architekturmodelle geschätzt. Er fertigte insbesondere Nachbildungen von Bauwerken an, die während der Regierungszeit König Friedrich Wilhelms III. von Preußen errichtet wurden, so von der Friedrichswerderschen Kirche und vom Alten Museum in Berlin, von der Nikolaikirche oder der Russischen Kapelle in Potsdam. Mit großem Fleiß und viel Leidenschaft setzte er die Kunstwerke aus tausenden filigranen Einzelteilen zusammen. Dabei verwendete er Materialien wie Gold, Silber, Bernstein, Schildpatt, Perlmutt und Elfenbein. „Texte des RECS #68: Franciscus Joseph Friedrich – Ein Bastler und Mechanikus auf der Pfaueninsel“ weiterlesen

BildGeschichte #36: Apoll und vier Musen – Zur neu entdeckten Skizze des verlorenen Deckengemäldes von Amédée Van Loo für den Komödiensaal im Potsdamer Stadtschloss

Franziska Windt (SPSG)                                                                                                  PDF

Amédée Van Loo, Apoll und vier Musen, Öl auf Leinwand, 60 x 74 cm, Copyright : Christie’s LTD – 2022

Unter dem musikbegeisterten preußischen König, Friedrich II., dem Großen, blühten Oper und Theater in Berlin und Potsdam auf. In ganz Europa ließ der König Ausschau halten nach guten Musikern, Sängern, Tänzern und Schauspielern, und er ließ die Spielstätten in den Schlössern ausbauen oder das Opernhaus unter den Linden neu errichten. Auch das Potsdamer Stadtschloss erhielt einen neuen Komödiensaal, der ab 1745 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff in den Kopf des zum Markt weisenden Ostflügels gebaut und in den folgenden Jahren eingerichtet wurde.[1] Die Gestalt des Theaters mit einem halbkreisförmigen Zuschauersaal ist überliefert durch die Grundrisse und Schnittzeichnungen, die sich in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) und der Nationalbibliothek in Warschau erhalten haben.[2] „BildGeschichte #36: Apoll und vier Musen – Zur neu entdeckten Skizze des verlorenen Deckengemäldes von Amédée Van Loo für den Komödiensaal im Potsdamer Stadtschloss“ weiterlesen

Passage 1945 – Ein Jahr des Übergangs. Podcast Zugehört 82 des ZMSBw

Linden-Passage Berlin Unter den Linden 1945, IMW (BU 8608)

Am 8. Mai 1945 war der Krieg zu Ende.
Ganz so einfach ist es nicht. In einer neuen Folge von „Zugehört“ sprechen John Zimmermann, Jürgen Luh, Jörg Morré und Frank Reichherzer über das lange und vielschichtige Ende des Zweiten Weltkriegs – und darüber, warum das Jahr 1945 weniger ein Schlusspunkt als ein Übergang war. 

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Texte des RECS #63: Andrea und Giovanni Tamanti – zwei italienische Eiskonditoren am preußischen Königshof

Hans-Christian Klenner                                                                                              PDF

Im ersten Halbjahr 1774 schrieb König Friedrich II. von Preußen an seinen Agenten Graf Giulio Cesare Bernardini Masini de la Massa (1722-1791) in Cesena[1]. Der kunstsinnige und Delikatessen liebende Monarch hatte den Agenten bereits mehrfach beauftragt Gemälde für seine Galerien zu erwerben bzw. ihm aus der Stadt in der Romagna Parmesankäse, Granatäpfel, Schokolade und Wein für seine Tafeln in Berlin und Potsdam zu senden. In besagtem Schreiben begehrte Friedrich hingegen – sicher sehr zur Verwunderung Masinis – einen „gewandten Zuckerbäcker“ aus Italien. Mit Andrea Tamanti fand Masini einen Pasticciere und Betreiber einer Caffetteria, der Willens war, die Heimat zu verlassen und die beschwerliche Reise nach Preußen auf sich zu nehmen. Verlockung und Ansporn war sicher die Offerte des Königs 500 Thaler Jahressalär zu zahlen und die Übernahme der Reisekosten in Aussicht zu stellen.[2]

Abb. 1: Prospekt der Stadt Cesena von Nordwest in der Zeit der Abreise von Andrea Tamanti nach Potsdam, Kupferstich von Pietro Scattagli und Innocente Alessandri, 1786, nach einer Zeichnung von Sebastiano Sassi aus dem Jahre 1775.

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Neu bei „Kulturgeschichte Preußens – Vorträge und Forschungen“

Potsdam, Neues Palais, Marmorsaal, Foto: © Bildarchiv Foto Marburg / Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Andreas Lechtape

Franziska Windt (SPSG): „Ändere den Namen und die Geschichte handelt von Dir“ – König Friedrich II. von Preußen und die malerische Ausstattung des Marmorsaals im Neuen Palais von Sanssouci

Elfter Beitrag der Reihe „Kulturgeschichte Preußens – Vorträge und Forschungen“, erschienen am 05/11/2024 bei perspectivia.net

Texte des RECS #61: Ein Luxushotel im Neuen Palais – Das kühne Projekt des Rates des Bezirkes Potsdam

Jörg Kirschstein (SPSG)                                                                                                    PDF

„Nach bisherigen Festlegungen ist es beabsichtigt, das Hotel vorrangig als Valutahotel in der Kategorie Luxus zu führen.“
(Helmut Fröhlich, avisierter Direktor des geplanten Hotels)

Abb. 1: Das Neue Palais in Potsdam von Süden mit der noch fehlenden Kuppelbekrönung, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges durch Artilleriebeschuss zerstört wurde. Die Rekonstruktion erfolgte 1966/67. © SPSG / Elsa Postel, um 1961–1966

Eine Idee des DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht versetzte die Direktion der Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci in der zweiten Jahreshälfte 1967 in große Aufregung. Mit Bangen sahen die Kunstwissenschaftler dem Vorschlag Ulbrichts entgegen, im Neuen Palais (Abb. 1) ein Luxushotel einzurichten.[1] Sie fürchteten um dieses einzigartige Juwel des 18. Jahrhunderts, das hinsichtlich seiner Architektur, der Material- und Formenvielfalt sowie der kostbaren Ausstattung außergewöhnlich ist. Dieser Aufsatz, vorgetragen auch im Rahmen der Ringvorlesung des Research Center Sanssouci, der Universität Potsdam und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) am 29. April 2024 in Potsdam (Abb. 2), widmet sich diesem unbekannten Kapitel der jüngeren Schlossgeschichte. „Texte des RECS #61: Ein Luxushotel im Neuen Palais – Das kühne Projekt des Rates des Bezirkes Potsdam“ weiterlesen

BUCHBESPRECHUNG: Bildersaal Deutscher Geschichte. Begleitheft zur Ausstellung der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg, Potsdam 2022, 60 Seiten

Jürgen Luh                                                                                                                        PDF

Solides Geschichtswissen könnte in Deutschland – trotz vielfältiger Formate im Netz sowie sämtlicher Sendungen im Fernsehen – sehr gerne umfassender verbreitet und fester verankert sein, als es ist. Denn das August Bebel zugeschriebene Wort „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten“ hat vieles für sich. Falsch ist es jedenfalls nie.

Das sagte sich auch der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg Hans-Christoph Berndt. Er leitete mit Bebels Ausspruch seine Einführung in das Begleitheft Bildersaal Deutscher Geschichte der 2022 eingerichteten Ausstellung der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg ein (S. 1). Berndt geht es in seinen Einführungsworten allerdings nicht darum, dass Ausstellung und Begleitheft Kenntnisse der deutschen Geschichte vermitteln sollen. Dem Vorsitzenden der AfD-Fraktion ist zuerst und vor allem wichtig, welche Aspekte aus unserer Vergangenheit erinnert und von der Gesellschaft gedeutet werden sollten und wie die Vergangenheit von der Gesellschaft verstanden werden soll. „BUCHBESPRECHUNG: Bildersaal Deutscher Geschichte. Begleitheft zur Ausstellung der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg, Potsdam 2022, 60 Seiten“ weiterlesen